Archiv für Februar 2017

Udo Stein und Marcel Grauf – Überläufer aus dem Lkr. SHA von der NPD zur AfD

Wie einem weiteren Rechercheartikel der Autonomen Antifa Freiburg zu entnehmen ist, war der Landtagsabgeordnete der AfD für den Wahlkreis SHA, Udo Stein, ein ehemaliger Aktivist der NPD.
Den gesamten Rechercheartikel könnt ihr hier nachlesen
→ https://linksunten.indymedia.org/de/node/203102
den entsprechenden Ausschnitt mit Screenshot haben wir hier veröffentlicht.

Nazis im Landtag

Auch ein weiterer AfD-Abgeordneter aus Baden-Württemberg hat Verbindungen zur NPD: Udo Stein aus Schwäbisch Hall. Stein war zwar kein Funktionär der NPD, war allerdings vor der letzten Bundestagswahl noch am Wahlkampf für die NPD beteiligt. Der baden-württembergische NPD-Funktionär Alexander Neidlein regte sich im Februar 2016, als Stein als Landtags-Kandidat Wahlkampf für die AfD machte, maßlos über den Seitenwechsel zur Konkurrenz auf:

Unglaublich – dieser Penner hat bei der Bundestagswahl noch Plakate von uns aufgehängt und Flugis verteilt. Der war extra mit seinem Kind noch bei mir und hat die Plakate geholt.

Die NPD-Aktivistin Marina Djonovic kommentierte dazu:

Ich Hass den Typ… der ist bei der IB Hohenlohe

Neidlein überlegte, Udo Stein bei der Presse als ehemaligen NPD-Aktivisten zu verpfeifen:
facebook ist ja cool – hab alle Nachrichten noch von ihm vom Jahr 2013 und 2014. Da er mich gelöscht hat, vor ca. 1 Jahr ist leider das Bild nciht mehr sichtbar, wo er mit einem NPD-Plakat drauf ist. Das hat er mir damals geschickt – aber im Verlauf hab ich noch wie er für Bühlertann ganze 2 Plakate haben wollte und extra zu mir gekommen ist um diese abzuholen.

Dominik Stürmer, inzwischen Pressesprecher der NPD Baden-Württemberg, riet allerdings davon ab, der Presse von Udo Steins Aktivitäten zu berichten:

Ja, nur das er sich von den bösen abgewandt hat und letzten Endes besser dasteht als davor. Nachher holt er noch weiter aus und unterstellt uns den üblichen dreck mit Holocaust und was weiß ich was. Sollte man sich gut überlegen. Intern in Facebook, explizit an die gesamte Freundesliste usw muss man das natürlich publik machen, doch mit der Zeitung weiß ich nicht so recht.

Ein weiterer Überläufer aus dem Lkr. SHA – Marcel Grauf

Des Weiteren kam zu Tage, dass der AfD Abgeordnete Heiner Merz einen Neonazi aus dem Landkreis SHA als Mitarbeiter beschäftigt.

Marcel Grauf aus Mainhardt wurde am 13. Februar 1987 geboren. Bereits im Jahr 2008 war Grauf bei der JN Baden-Württemberg, der Jugendorganisation der NPD, aktiv und nutzte dort die Mailadresse m.grauf@jn-bw.de. Im Jahr 2009 wurde Grauf „Landesorganisationsleiter“ der JN Baden-Württemberg und damit Mitglied des Landesvorstands der NPD Baden-Württemberg. Während seines Studiums der Politikwissenschaft in Marburg ab 2010 wurde Grauf Mitglied der rechtsradikalen »Marburger Burschenschaft Germania«. Deren Dachverband, die »Deutsche Burschenschaft«, bezeichnete Grauf im August 2016 als Werkzeug zur „Ausbildung“ junger Männer und zur Bildung eines Netzwerks:

In der Ausgabe 4/2015 der Nazizeitschrift »Neue Ordnung« veröffentlichte Grauf einen mehrseitigen Artikel mit dem Titel „Eine notwendige Richtigstellung zu Coudenhove-Kalergi“. Im Herbst 2015 zog Grauf zurück nach Baden-Württemberg und beteiligte sich am Wahlkampf der NPD für die Landtagswahl im März 2016. Nach dem Einzug der AfD in den Landtag wechselte Grauf opportunistisch (wie früher Udo Stein) die Seiten und arbeitet inzwischen für den AfD-Landtagsabgeordneten Heiner Merz.

Rassist, Faschist, Nazi

Von Marcel Grauf lässt sich beim besten Willen nicht behaupten, dass er sich „von den Bösen abgewandt“ hätte. Auf seinem Facebook-Profil „Marcel Montana“ veröffentlicht er nach wie vor regelmäßig bösartige nationalsozialistische Hetze. Er zitiert Liedtexte wie „White Power“ von «Skrewdriver“, veröffentlicht Fotos von sich selbst in Naziband-Shirts, von griechischen Nazis mit Hitlergruß und von der berüchtigten Google-Maps-Karte des »III. Weg« mit Flüchtlingswohnheimen.


Marcel Grauf zweiter von links mit Kommando Skin Shirt

Im Oktober 2015 postete Joachim Grauf, Vater von Marcel Grauf, ein Bild eines stilisierten Hitlerportraits mit dem Schriftzug „Er ist wieder da“ als Hitlerbärtchen. Vater Grauf schrieb dazu: „Ja und mein Sohn ist auch wieder im Ländle, welch Zufall“. Ein „Like“ gab es dafür von Marcel Graufs unter dem Pseudonym „Marcel Montana“ betriebenen Facebook-Account.
Grauf bezeichnet sich stolz selbst als Rassist, Faschist und Nazi und veröffentlicht Bilder mit Hakenkreuzen.

Grauf nahm wiederholt positiv auf den Massenmörder Breivik Bezug. Beispielsweise veröffentlichte er ein Bild des grinsenden Anders Breivik mit dem Hashtag #AndersEuropamachen oder schrieb am 22. Juli 2015, dem Jahrestag von Breiviks Massaker: „Happy Anniversary, Commander“. Auch zu Breiviks Geburtstag gratulierte mit einer Bildmontage, die Breivik mit erhobener Faust, einem Logo mit gekreuzten Gewehren und dem Schriftzug „Anders Breivik Mixtape. #HEADSHOTMUSIC“ zeigt. Grauf freute sich offenbar diebisch darüber, dass sein eigener Geburtstag auf das selbe Datum fiel und postete das Bild sowohl im Jahr 2015 als auch 2016.

Noch detailiertere Informationen über Marcel Grauf findet ihr unter dem zu anfangs geposteten Link.