[SHA] Rassistisch motivierte „Friedensdemo“ am 07.02.16

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

seit dem 24. Januar fanden in zahlreichen Städten Kundgebungen und Demonstrationen gegen „Ausländergewalt“ statt.
Anlass war die angebliche Vergewaltigung eines Mädchens durch „Ausländer“ in Berlin.
Diese war, wie sich inzwischen herausgestellt hat, pure Fiktion. Nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft, hat das Mädchen die Vergewaltigung erfunden und sich in Wahrheit wegen Schulproblemen bei einem Bekannten versteckt.
Trotz des klaren Dementi seitens der Staatsanwaltschaft Berlin ist vorerst kein Ende dieser Versammlungen in Sicht, was wiederum verdeutlicht, dass es primär gar nicht um das Wohl des Mädchens geht. Sie dient lediglich als willkommene Propagandaplattform gegen die Flüchtlingspolitik und wird nun für rassistische Stimmungsmache missbraucht.

Auch in der Region kam es in mehreren Städten zu fremdenfeindlichen Kundgebunden.
In Heilbronn versammelten sich etwa 200 Menschen auf einer unangemeldeten Kundgebung vor dem Rathaus. Dort waren auf Schildern Parolen wie
„Grenzen zu – Rest raus!“ zu lesen.
In Ellwangen versammelten sich etwa 500 Menschen, die vor die Tore derLandeserstaufnahmestelle für Geflüchtete zogen. Unter ihnen waren auch Anhänger des örtlichen NPD-Kreisverbandes um den NPD-Funktionär Dominik Stürmer, welcher in der Vergangenheit durch seine gewalttätigen Angriffe auf Andersdenkende aufgefallen ist.
Auf der Kundgebung vor der Landeserstaufnahmestelle hielt ein Funktionär der NPD eine Rede und hetzte in gewohnter Manier gegen Geflüchtete.

Eine solche Kundgebung soll nun auch in Schwäbisch Hall stattfinden.
Die Gruppe „Frieden in SHA“ ruft für Sonntag den 07.02.16 ab 14.00 Uhr zu einer „Friedensdemo gegen Gewalt an Frauen und Kindern“ auf.
Auf den ersten Blick scheint der Aufruf zu einer „Friedensdemo“ begrüßenswert.
Doch der Schein trügt!
Hinter der Solidarisierung mit von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern, steckt in Wirklichkeit Fremdenhass, Rassismus und Hetze gegen Geflüchtete!

Beispielsweise heißt es im Kundgebungsaufruf der „Friedensdemo“:
„Deutschland ist ein schönes und sicheres Land. Wir wollen, dass es so bleibt!
Straftaten müssen bestraft werden, Gesetze müssen für alle gleich gelten.“
Im Kontext der bisher stattgefundenen „Friedensdemos“ in Heilbronn und Ellwangen und der im Internet von Mitgliedern und Administratoren der
Facebook-Gruppe „Frieden in SHA“verbreiteten Hetze gegen Geflüchtete, wird schnell klar was mit solchen Aussagen gemeint ist.
Die Veranstalter implizieren damit, dass Geflüchtete die Sicherheit in Deutschland gefährden würden und, dass die Menschen, die nach Deutschland kommen prinzipiell minderwertig, kriminell und schlecht wären. Des Weiteren suggerieren sie, dass Straftaten von Geflüchteten nicht verfolgt und für diese „Sondergesetze“ gelten würden.

Die Facebook-Gruppe „Frieden in SHA“

Betrachtet man die Posts, Mitglieder und Administratoren der zur „Friedensdemo“ aufrufenden Facebook-Gruppe „Frieden in SHA“ wird der Eindruck, dass die „Friedensdemo“ rassistisch motiviert ist, klar bestätigt.
Schon der erste Post in der Gruppe spricht für sich.

Dort ist ein Artikel des Bayernkuriers verlinkt, in dem heftigst gegen Flüchtlinge gehetzt wird, eine Mauer um Europa als einzige Lösung propagiert und die Europa „überrollende“ „Migranten Lawine“ als „Alptraum“ dargestellt wird.
Auch die Mitglieder und Administratoren der Gruppe fallen bei ihren Posts durch Hetze gegen Geflüchtete, Antisemitismus, Nazi-Propaganda, Sexismus und Homophobie auf.
So werden Videos der rechten AfD und der NPD geteilt, von der Ausrottung der „weißen Rasse“ durch „die Juden“ und „die Neger aus Afrika“ gewarnt, der Holocaust geleugnet, der Nationalsozialismus verharmlost, Hitler als Held gefeiert und alle Geflüchteten als notorische Vergewaltiger dargestellt.

Beliebt scheint auch die Youtube-Bloggerin Stephanie Schulz zu sein, welche durch ihre extreme Hetze gegen Geflüchtete Berühmtheit erlangt hat.
Diese Liste lässt sich noch beliebig weiterführen.
Aufhorchen muss man auch bei den Namen der Mitglieder.
In der Gruppe finden sich alte Bekannte, wie der Nazi-Hooligan und AfD-Aktivist Michael Merz, der AfD-Funktionär Udo Stein und die Holocaustleugnerin und Antisemitin Irina Alexandrowa.

Dass es sich bei den Initiatoren und Initiatorinnen der „Friedensdemo“ keineswegs um Antisexisten und Antisexistinnen handelt wird auch dadurch bestätigt, dass einer der Administratoren der Gruppe den Rapper „Meijin“ auf Facebook liked, welcher durch extrem faschistische und sexistische Texte auffällt.

In dieses Bild passt ebenfalls, dass das rechte Bündnis „Hohenlohe wacht auf“, welches in Öhringen seit Oktober letzten Jahres Kundgebungen und Aufmärsche im Pegida-Stil durchführt, die „Friedensdemo“ unterstützt und dazu aufruft an dieser teilzunehmen.

Gegen die Instrumentalisierung feministischer Kämpfe durch Rassistinnen und Rassisten!

Es sollte deutlich geworden sein, dass hinter der Solidarisierung mit von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern, in Wirklichkeit Fremdenhass, Rassismus und Hetze gegen Geflüchtete steckt!
Da helfen auch alle Beteuerungen der Beteiligten, sie hätten ja gar nichts gegen Flüchtlinge und wären nicht rechts, nichts.
Diese Lippenbekentnisse zielen nur darauf ab nicht sofort als Rechte abgestempelt zu werden, um so die Möglichkeit zu erhalten weiter Stimmung gegen Geflüchtete zu machen.
Die Flüchtlingsgegner und Flüchtlingsgegnerinnen nutzen lediglich die Fassade des Engagements gegen Gewalt an Frauen und Kinder um ihren Rassismus dahinter zu verstecken und Anschluss an den Rest der Gesellschaft zu finden!

Kommt am Sonntag auf den Marktplatz um laut und deutlich zu zeigen,
für Rassismus und Sexismus gibt es keinen Platz!

Gegen rassistische und sexualisierte Gewalt!
Refugees welcome!

Sonntag, 07.02.16, 13.30 Uhr, Marktplatz Schwäbisch Hall

Es grüßt,
euer
Rechercheteam „Friedensdemo SHA“

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/167694