Neu gegründete „Haller Bürgerwehr“ demaskieren!

Auch in Schwäbisch Hall hat sich Mitte Januar nach den Vorbildern in anderen Städten eine Gruppe gegründet, welche sich auf Facebook „Schwäbisch Hall passt auf“ nennt .
In dieser anfangs geschlossenen, mittlerweile geheimen Facebookgruppe hat sich dabei zunächst hauptsächlich ein Spektrum einschlägig bekannter Personen und einige selbsterklärte „besorgten Bürger*innen“ aus dem Lkr. SHA und Umgebung und Teilnehmer*innen der rassistischen und verschwörerischen Öhringer Kundgebungen ,,Öhringen wacht auf“ gebildet.
Sie verfügt noch über keine Struktur außerhalb von Facebook.

In dieser Gruppe wird der Versuch unternommen, sich als ausschließlich „besorgte Bürger*innen“ zu inszenieren, ohne dabei jedoch ihr rassistisches Weltbild besonders erfolgreich verheimlichen zu können.
(Auch wenn die Administratoren Farid P. und Martina K. bisher nicht durch persönliche rassistische Postings auffielen, so dulden und billigen Sie zumindest rassistische Beiträge auf dieser Seite.) * siehe Ergänzung vom 21.01.2016
Des Weiteren warnen wir ausdrücklich davor, sich auf das gefährliche juristische Halbwissen in Bezug auf das Notwehrrecht von Farid P. einzulassen.
Abgesehen von falschen Paragraphenangaben empfiehlt er z.B. den Kauf einer Pepper Gun, einer Pistole, welche Reizgaskartuschen verschießt.
Ebenso ist offensichtlich, dass Nazijargon nach HogeSavorbild verwendet wird.
So ist wörtlich in großen Lettern dem Informationstext der Gruppe zu entnehmen:
NUR GEMEINSAM KÖNNEN WIR DAS SCHAFFEN…
Auf welchen Seiten hier rhetorisch geklaut wurde ist leicht ersichtlich.

Dass diese Gruppe mittels Rassismus Sexismus bekämpfen möchte nimmt immer konkretere Züge an.
Die ungeteilte und parteiische Solidarität mit den betroffenen Frauen sollte dabei handlungsgebende Maxime für ein mögliches politisches Vorgehen sein; ebenso die Thematisierung und Bekämpfung sowie praktische Begegnung der diese Gewalt hervorbringenden Gründe und Strukturen das Ziel dieser Auseinandersetzung.
Die Ansätze und Mittel der Initiative sind dabei nicht geeignet diese Anforderungen zu erfüllen. Es geht ihnen weder um Betroffenensolidarität noch darum Gründe für Gewalt zu beseitigen – im Gegenteil:
Die Gruppe fungiert als Spielfläche auf welcher unter fadenscheinigem Vorzeichen (Schutz der Bevölkerung) die Diskussion um die in weiten Teilen der Gesellschaft sog. „Flüchtlingskrise“ in menschenverachtender Weise fortgesetzt werden kann und Selbstermächtigungsfantasien Ausdruck finden können.
Sie ist außerdem Ventil von politischer und sozialer Frustration sowie einer hysterischen – rassistisch aufgeladenen – Kriminalitätsfurcht.
Als Beispiel ist hier ein Gruppenpost zu nennen, in welchem von der ,,Asylantenflut als bewaffnete Armee“ gesprochen wird und eine Ethnitisierung und Kulturalisierung der sexuellen Gewalt vorangetrieben wird.

Ob die Admins, die vorgeben rassistische Postings zu löschen -maßlos überfordert sind oder einfach zu blöd Rassismus zu erkennen – spielt da keine Rolle mehr.
Erschreckend ist auch, dass sich oftmals Personen, die ansonsten nicht als Antisexisten bekannt sind und sich auch über sexuelle Ausbeutung von Frauen bereichern, als Verteidiger von Frauenrechten präsentieren.
Ganz davon abgesehen, dass Frauen als unmündige Opfer hingestellt werden, für deren Schutz die ,,harten Männer“ nun sorgen müssen.

Selbsternannte Bürgerwehren sorgen keineswegs für Sicherheit auf der Straße, sondern erzeugen Angsträume oder stellen im schlimmsten Fall eine physische Bedrohung für Menschen dar, die von ihnen anhand optischer Merkmale als Geflüchtete eingeordnet werden.

Wir werden es nicht zulassen und mit allen Mitteln verhindern, dass rassistische Bürgerwehrpatrouillen durch die Städte und Dörfer im Umkreis ziehen!
Dabei sind alle antifaschistischen, antirassistischen und antisexistischen Gruppen und Aktivist*innen aus Schwäbisch Hall und anderen Orten, aber auch alle zivilgesellschaftlichen Gruppen dringend aufgefordert, es nicht dazu kommen zu lassen.

Rassistische und sexualisierte Gewalt verhindern!
Die Basis feministischer Kämpfe darf nicht Rassismus sein!
Refugees welcome!