Archiv für Februar 2015

Bunt statt Grau

Samstag 14.03.15 im Club Alpha 60 Schwäbisch Hall:

19.30 Vortrag über die Europäische Zentralbank und die Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes

21.00 Konzert mit:
ATOA (HC)
NEW HATE RISING (HC)
NOFNOG (HC-PUNK)

Grauzone-Bands liefern den Soundtrack zu Pegida, AfD und dem rassistischen Minimalkonsens dieser tollen Gesellschaft.
Sie kooperieren mit Nazis und sind Teil von Veranstaltungen, auf denen die Grenzen zur rechten Szene fließend sind.
So wird menschenverachtendem Gedankengut der weg in die Mitte der Gesellschaft geebnet.
Wir setzen mit diesem Konzert ein Zeichen gegen diesen Dreck und möchten zeigen, dass es auch anders geht.

Wir laden im Vorfeld dazu ein sich über die Europäische Zentralbank und die Eröffnung des neuen EZB-Gebäudes zu informieren.
Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Wir freuen uns auf euch!

Kein Krawallbrüder-Konzert in SHA

Kein Krawallbrüder-Konzert im Stage-Club Schwäbisch Hall

Am 14.03.15 soll im Stage-Club in Schwäbisch Hall ein Konzert mit der Grauzonen Band Krawallbrüder stattfinden.
Krawallbrüder ist eine 1993 gegründete Band aus dem Saarland. Die Band ist musikalisch der sogenannten Grauzone zuzuornen.

Die Grauzone

Unter Grauzonenbands versteht man Bands die sich auf Grund ihrer Liedtexte auf den ersten Blick nicht klar dem rechten Spektrum zuordnen lassen, da diese keine rassistischen Äußerungen, NS-Glorifizierungen oder ähnliches beinhalten.
Diese Bands stellen sich selbst gerne als unpolitisch dar. Doch die Übergänge von unpolitisch zu patriotisch und zu nationalistisch bis hin zu offen rechtsextrem sind in der Grauzone fließend. Berührungsängste mit der rechten Szene gibt es nicht. Ganz im Gegenteil
Auftritte in Naziläden oder mit rechten Bands sind für diese angeblich unpolitischen Bands kein Problem.

Die Krawallbrüder und die Grauzone

Die Krawallbrüder haben in den letzten Jahren immer wieder mit Bands zusammen gespielt die von ihrer politischen Einstellung von Grauzone bis hin zu klar rassistisch und nationalsozialistisch einzuordnen sind.
Zum Beispiel mit den Grauzonenbands Freiwild und Gerbenok und den Nazibands Bakers Dozen, Glory Boys, Haggis und Iron Fist.
Zudem sind sie in der Vergangenheit in diversen Naziläden aufgetreten.
Ein Beispiel hierfür ist ihr Auftritt im Skinhouse Menfis in Thüringen.
Das Skinhouse Menfis ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Blood and Honour Struktur (Blood and Honour ist eines der weltweit wichtigsten Neonazi Netzwerke).

Die Krawallbrüder versuchen immer wieder ihr durch diese Auftritte entstandenes rechtes Image loszuwerden. So äußern sie sich in Interviews gegen politische Extreme um sich als unpolitisch zu inszenieren. Für uns ist das nur Marketingstrategie um besser im Mainstream anzukommen und die Einnahmen zu erhöhen. Zur Abkehr von der rechten Szene gehören mehr als ein paar schöne Worte.

Die Grauzone als Türöffner für die rechte Szene

Konzerte sind ein wichtiger Bestandteil der rechten Szene, um den Zusammenhalt in der Szene und die Attraktivität der Szene zu erhöhen. Grauzonenkonzerte schaffen durch den Konsens, gemeinsam “Party zu machen“ und “coole“ Musik zu hören, ein Gemeinschaftsgefühl, welches es erleichtert, rechte Ideologien zu verbreiten. Durch den Anspruch, unpolitisch zu sein, und der damit fehlenden klaren Abgrenzung von rechtem Gedankengut, wird Rassisten eine Plattform geboten, ihre menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Das heißt, die Konzerte dienen nicht nur dazu, Rassisten zu unterhalten, sondern vor allem dazu, sie zu erschaffen. Texte von Grauzonenbands, welche vom Leben, Spaß und ihrer Andersartigkeit gegenüber der bürgerlichen Gesellschaft handeln, sprechen also auch Menschen an, welche keine rechte Einstellung haben.
Die Grauzone ist also ein willkommener Raum für Rechte, um eine neue Zielgruppe zu erschließen und um neue Erlebniswelten und einen rechten Lifestyle zu erschaffen, um vom überholten völkischen und NS-nostalgischem Image los zukommen. Des Weiteren werden rechte Konzerte als “unpolitisch“ verkauft, um ein polizeiliches Verbot und eine kritische Auseinandersetzung mit der Zivilgesellschaft zu umgehen.
Die Krawallbrüder sind eine beispielhafte Grauzonenband, welche durch ihre unpolitischen und gesellschaftskritischen Texte Anklang bei Menschen findet, bei welchen dadurch der Einstieg in die rechte Szene geschaffen wird.

Der Onlineshop Krawallbrüder-Records (www.kb-mailorder.de)

Auf der Internetseite von Krawallbrüder-Records werden Szeneklamotten, Bandmerchandise und Musik Cds verkauft. Unter den vertriebenen Bands finden sich auch solche mit klar rassistischen Inhalten.

Zum Beispiel die Band Gerbenok. Folgendes Zitat ist aus ihrem Lied „Die neuen Hippies“:
„Das soll jetzt nicht rassistisch klingen, doch es ist nun einmal so irgendwelche Asylanten dealen auf dem Bahnhofsklo, mit langem Haar und schöner Bräune stehn sie an der Litfaßsäule,
schicken Kinder auf den Strich, doch das interessiert euch nicht“.

Einen ähnlichen Ton schlägt die Band 4-Skins an:
„….Immigrants overun our land. Benefits office with an outstretched hand.
Competing for our homes and jobs. Begging in their gypsy mobs.
Our country is full, fear the worst. Shouldn‘t we put our own people first…“.

Die Krawallbrüder in Schwäbisch Hall

Es ist bekannt, dass bei Krawallbrüder-Konzerten Nazis im Publikum sind. So wird es auch in Schwäbisch Hall sein.

Wir fordern eine Absage des Konzerts!!
Kein Krawallbrüder-Konzert in Schwäbisch Hall!!
Kein Raum für Nazis!!

Fight the Greyzone- Für eine linke und emanzipatorische Szene. Bunt statt grau!!

Es gibt kein ruhiges Hinterland!!

[PF] Bericht zu den Protesten gegen die Nazimahnwache am 23.2.2015

Für den 23. Februar 2015 hatte der faschistische Freundeskreis „Ein Herz für Deutschland“ gemeinsam mit dem Pforzheimer Ableger der Nazipartei „Die Rechte“ zur jährlichen „Fackelmahnwache“ auf dem Pforzheimer Wartberg aufgerufen.
Seit 1994 hat sich die faschistische Veranstaltung zur größten regelmäßigen Nazizusammenkunft in Baden-Württemberg entwickelt. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren hatte das antifaschistische Bündnis „…nicht lange fackeln!“ auch in diesem Jahr zu Protesten und der Verhinderung der Nazikundgebung aufgerufen.
Das Nazi-Gedenken konnte trotz eines massiven Polizeiaufgebots gestört werden.

Zum Bericht der AABS: https://linksunten.indymedia.org/fr/node/135679

Kein Werben fürs Sterben

Am 24.02.15 findet an der Kaufmännischen Berufsschule Schwäbisch Hall eine Bildungsmesse statt, an der auch die Bundeswehr teilnehmen soll.

Grundgesetz und Landesverfassung sprechen sich für eine Friedenserziehung der Jugend aus. Dazu passt nicht, dass Jugendliche fürs Töten und getötet werden von der Bundeswehr an Schulen umworben werden.
Eine Anstellung bei der Bundeswehr ist auf keinen Fall zu vergleichen mit anderen Berufen die an einer Berufsschule ausgebildet werden.

Der Bundeswehr fehlen seit der Abschaffung der Wehrpflicht die Soldaten.
Kein Wunder, wurde die Bundeswehr in den letzten Jahren immer mehr zur Interventionsarmee, mit weltweiten Einsätzen, die politisch sehr umstritten sind und von einer Mehrheit der Bevölkerung unseres Landes abgelehnt werden.

Schülerinnen und Schüler sollen auch bei dieser Bildungsmesse mit bezahlten Studienplätzen, hohen Gehältern und sicherer Übernahme geködert werden.

Bundeswehr raus aus den Schulen!
Kein Werben fürs Sterben!

Wir rufen dazu auf, die Werbung der Bundeswehr nicht unkommentiert zu lassen.
Am 24.02 ab 7.30 Uhr Bundeswehr stören!

mehr Infos zur Bundeswehr an Schulen:
https://www.dfg-vk.de/thematisches/schulfrei-fuer-die-bundeswehr/

Gegen rassistische Hetze- Für eine lebenswerte Zukunft aller Menschen!

In Schwäbisch Hall soll neben der JVA eine Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge gebaut werden.

Wir beobachten seit dem Bekanntwerden der Bauabsicht des Landes eine zunehmende Stimmungsmache und rassistische Hetze gegen Flüchtlinge.
Ob ganz offen fremdenfeindlich oder getarnt als besorgte Bürger, die ihre heuchlerischen und falschen Ängste auf Flüchtlinge projezieren, ihr seid und bleibt zuerst eines: Rassisten!

Kein Mensch verlässt grundlos seine Heimat!
Die Menschen die nach Europa fliehen, versuchen Hunger, Verfolgung und Krieg zu entkommen.
Sie hoffen auf eine sichere und lebenswerte Zukunft. So wie jeder andere auch.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Hoffnung nicht von Nazis zerstört wird!

23.02.15 Kein Nazi-Gedenken in Pforzheim

23. Februar: Nazi­auf­marsch, städ­ti­sches Geden­ken,
Anti­fa­schis­ti­sche Aktion

Anläss­lich der Bom­bar­die­rung Pforz­heims am 23. Februar 1945 durch die eng­li­sche Luft­waffe soll dort die­ses Jahr am Jah­res­tag der Bom­bar­die­rung wie­der ein faschis­ti­sches Geden­ken statt­fin­den. Seit 1994 orga­ni­siert der Pforz­hei­mer Ver­ein „Freun­des­kreis ein Herz für Deutsch­land“ auf dem Wart­berg jähr­lich eine Fackel­mahn­wa­che zum Geden­ken an die Opfer der Bom­bar­die­rung. Der Nazi­auf­marsch wird jähr­lich von bis zu 150 Teil­neh­me­rIn­nen aus dem gesam­ten süd­deut­schen Raum besucht. Dage­gen rich­tet sich seit 2002 anti­fa­schis­ti­scher Pro­test, damals gelang es auch, bis­her das ein­zige Mal die faschis­ti­sche Mahn­wa­che zu ver­hin­dern. Par­al­lel ver­an­stal­tet die Stadt eigene Gedenk­fei­er­lich­kei­ten, seit 2003 ist der 23. Februar offi­zi­el­ler Gedenk­tag in Pforz­heim. An meh­re­ren Orten in der Stadt fin­den sich Gedenk­ta­feln und Steh­len zur Erin­ne­rung an das Bom­bar­de­ment. Ledig­lich 2012 ver­an­stal­tete ein von der Stadt mit­in­iti­ier­tes Bünd­nis eine Kund­ge­bung. Die­ses sprach sich gegen „extre­mis­ti­sches Gedan­ken­gut“ aus und fügte kon­se­quen­ter­weise aus­drück­lich hinzu „egal ob von rechts oder links“.

Städ­ti­sches Geden­ken und Ver­dre­hung der Geschichte von Rechts

Faschis­ten grei­fen die Bom­bar­die­rung deut­scher Städte immer wie­der auf, dadurch, dass sie den Fokus aus­schließ­lich auf die deut­schen Opfer rich­ten und Tat­sa­chen, wie den von Deutsch­land los­ge­tre­te­nen Krieg, den Ver­nich­tungs­feld­zug im Osten und den indus­tri­elle Mas­sen­mord an Mil­lio­nen Men­schen aus­blen­den und bewusst ver­schwei­gen, wird das „deut­sche Volk“ zum Opfer aus­län­di­scher Aggres­sion erklärt. So wer­den das für die faschis­ti­sche Ideo­lo­gie essen­ti­elle Kon­strukt eines Vol­kes als Schick­sals­ge­mein­schaft her­auf­be­schwo­ren und die Fol­gen und Ver­bre­chen des Faschis­mus relativiert.

Die Mahn­wa­che der Faschis­ten in Pforz­heim beginnt jähr­lich um 19.47 Uhr, der Uhr­zeit der Bom­bar­die­rung. Wie der dama­lige Luft­an­griff dau­ert auch die Kund­ge­bung 20 Minu­ten. Dies und die ver­wen­de­ten Fackeln zei­gen: Es geht ihnen um eine fei­er­li­che und pathe­ti­sche Insze­nie­rung ihres Auf­mar­sches. In den Publi­ka­tio­nen des „Freun­des­kreis ein Herz für Deutsch­land“ wird auf offen faschis­ti­sche Paro­len ver­zich­tet. Durch die Eigen­be­zeich­nung als „natio­nal­kon­ser­va­tiv“ ver­sucht die­ser, genauso wie durch sein bie­de­res Auf­tre­ten, trotz sei­ner offen­sicht­li­chen inhalt­li­chen und per­so­nel­len Über­schnei­dung mit der faschis­ti­schen Bewe­gung offen für das rechte bür­ger­li­che Lager zu sein.

Anknüp­fungs­punkte fin­den die Faschis­ten beim offi­zi­el­len Geden­ken der Stadt. Die­ses kon­zen­triert sich fast aus­schließ­lich auf die Bom­bar­die­rung Pforz­heims, bei­spiels­weise wird auf einer von der Stadt auf­ge­stell­ten Gedenk­ta­fel über die Zeit von 1900 bis 1945 ledig­lich geschrie­ben, dass sich die fein­me­cha­ni­sche Indus­trie ent­wi­ckelte. Von der Umstel­lung die­ser auf Rüs­tungs­pro­duk­tion, von der Macht­über­tra­gung an die Nazi-Faschisten oder dem von Deutsch­land los­ge­tre­ten Welt­krieg ist keine Rede. In dem letzt­jäh­ri­gen Auf­ruf, des von der Stadt mit­in­iti­ier­ten Bünd­nises „Pforz­heim Nazi­frei“, wird nicht auf Welt­krieg, Faschis­mus und die Rolle Pforz­heims in die­ser Zeit ein­ge­gan­gen. Begrün­det wird die Ableh­nung des Nazi-Gedenkens ledig­lich durch die Fest­stel­lung, dass es sich dabei um „Extre­mis­ten“ handele.

Die­ser bür­ger­li­che Pro­test ist eine Farce. Ein nach­hal­ti­ges Vor­ge­hen gegen Rechts setzt eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschichte und der Ideo­lo­gie des Faschis­mus vor­aus. Mehr noch: Wer den Opfern der Bom­bar­die­rung Pforz­heims gedenkt und dabei die zwölf Jahre Geschichte davor voll­kom­men aus­blen­det, schafft Anknüp­fungs­punkte für die Faschisten.

Skan­da­lös ist auch die Poli­tik der Stadt Pforz­heim, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren kei­nen Ver­such unter­ließ, den Pforz­hei­mer Anti­fa­schis­tin­nen und Anti­fa­schis­ten Knüp­pel zwi­schen die Beine zu wer­fen. So ver­bot die Stadt in der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit immer wie­der anti­fa­schis­ti­sche Demons­tra­tio­nen, Kon­zerte, Aus­stel­lun­gen und Bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen oder übte auf das städ­ti­sche Jugend­zen­trum solch immen­sen Druck aus, dass die­ses anti­fa­schis­ti­sche Ver­an­stal­tun­gen absagte. In Erin­ne­rung ist außer­dem das unsäg­li­che Vor­ge­hen der Stadt, anti­fa­schis­ti­sche Demons­tra­tio­nen und Kund­ge­bun­gen mit Anmel­de­ge­büh­ren zu belegen.

Was also davon zu hal­ten ist, wenn sich die Stadt Pforz­heim inzwi­schen ali­bi­mä­ßig gegen die Mahn­wa­che der Faschis­ten und soge­nann­tem Extre­mis­mus aus­spricht, müsste offen­sicht­lich sein: Wer von „Extre­mis­mus“ spricht, setzt die Faschis­ten und ihre Geg­ner gleich und meint damit zudem eigent­lich die Lin­ken. Es war schon immer so, dass wer behaup­tet, zwi­schen den Stüh­len zu sit­zen, min­des­tens zur Hälfte auf dem rech­ten sitzt. Zumal im Fall der Stadt Pforz­heim, die den Faschis­ten tat­säch­lich Schüt­zen­hilfe gibt, indem sie mit einer sol­chen Beharr­lich­keit und über Jahre hin­weg gegen genau die Leute vor­geht, die dem faschis­ti­schen Trei­ben in ihrer Stadt ent­ge­gen­tre­ten wollen.

Anti­fa­schis­ti­sche Intervention!

Wir rufen dazu auf, am 23. Februar 2013, den Rech­ten in Pforz­heim mit viel­fäl­ti­gen Mit­teln und krea­ti­ven Aktio­nen ent­ge­gen­zu­tre­ten. Denn ebenso wich­tig, wie eine inhalt­li­che Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Faschis­mus, ist es, den Nazis nicht die „Straße“ zu über­las­sen und ihnen offen­siv entgegenzutreten.

Den Erfolg anti­fa­schis­ti­schen Pro­tests jedoch allein daran zu bewer­ten, ob ein Nazi­auf­marsch statt­fin­den konnte oder nicht, greift zu kurz. Denn wenn Anti­fa­schis­tin­nen und Anti­fa­schis­ten gegen Nazis auf die Straße gehen, sehen sie sich einem hoch­ge­rüs­te­ten und repres­siv agie­ren­den Poli­zei­ap­pa­rat gegen­über, der es oft­mals nahezu unmög­lich macht die Auf­mär­sche der Faschis­ten zu stop­pen. Des­we­gen ist es not­wen­dig, unsere Akti­ons­for­men kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Auf der Straße müs­sen sich ver­schie­dene For­men des zivi­len Unge­hor­sam, wie Blo­cka­den und direkte Aktio­nen, gegen Nazis ergänzen.

Kein Nazi­auf­marsch am 23. Februar in Pforz­heim!
Die Anti­fa­schis­ti­sche Aktion aufbauen!

Flä­chen­bom­bar­de­ments und impe­ria­lis­ti­scher Krieg

Zehn Wochen vor der Kapi­tu­la­tion des faschis­ti­schen Deutsch­lands fand der Bom­ben­an­griff der bri­ti­schen „Royal Air­force“ auf Pforz­heim statt. Ein Groß­teil der in der Stadt ansäs­si­gen Indus­trie war in Klein­be­trie­ben orga­ni­siert und in Wohn­ge­biete inte­griert. Wäh­rend des Krie­ges wur­den dort haupt­säch­lich Zün­der für Bom­ben und Gra­na­ten her­ge­stellt. Stra­ßen– und Schie­nen­wege, die durch die Stadt führ­ten, dien­ten damals auch dem Trans­port von Trup­pen und Rüs­tungs­gü­tern. Durch das Bom­bar­de­ment mit Spreng– und Brand­bom­ben wurde fast die gesamte Innen­stadt zer­stört, etwa 17.600 Men­schen fie­len die­sem Angriff zum Opfer, dar­un­ter größ­ten­teils Zivi­lis­tIn­nen. Grö­ßere Indus­trie­an­la­gen außer­halb der Stadt blie­ben aller­dings verschont.

Die Bom­bar­die­rung Pforz­heims war, ebenso wie die Bom­bar­die­rung zahl­rei­cher ande­rer deut­scher Städte durch die „Royal Air­force“, Teil einer eng­li­schen Mili­tär­stra­te­gie, die sich auf nächt­li­che Flä­chen­bom­bar­de­ments auf Stadt­zen­tren kon­zen­trierte, anstatt gezielte Angriffe auf indus­tri­elle und mili­tä­ri­sche Infra­struk­tur zu for­cie­ren. Die Beto­nung der angeb­lich „mora­li­schen Schwä­chung der Bevöl­ke­rung“ (moral bom­bing) durch diese Kriegs­hand­lun­gen kann keine zufrie­den­stel­lende Ant­wort auf die Frage nach deren Hin­ter­grund sein. Viel­mehr muss auch in die­sem Krieg nach den dahin­ter­ste­hen­den ökono­mi­schen und geo­stra­te­gi­schen Inter­es­sen der betei­lig­ten Mächte gefragt wer­den — ins­be­son­dere wenn dabei eine sozia­lis­ti­sche Kraft, wie die Sowjet­union, im Spiel ist, die der grund­le­gen­den Aus­ri­chung impe­ria­lis­ti­scher Staa­ten, wie Groß­bri­tan­nien oder den USA, fun­da­men­tal ent­ge­gen­steht. Das eng­li­sche Inter­esse nach einer offen­sicht­li­chen aber inef­fek­ti­ven Kriegs­füh­rung mit viel Zer­stö­rung und wenig kriegs­re­le­van­ten Ergeb­nis­sen zur mög­lichst lan­gen Auf­rei­bung der Sowjet­union deu­tet dabei in eine ähnli­che Rich­tung, wie die enorm ver­spä­tete Bil­dung einer zwei­ten Front durch die USA.

Das Vor­ge­hen der West­al­li­ier­ten im zwei­ten Welt­krieg ist weder als „mora­li­sche Hel­den­tat“, noch als „bos­haf­ter Ver­nich­tungs­schlag“ zu ver­ste­hen. Es lässt sich aus­schließ­lich im Rah­men einer Ana­lyse des dama­li­gen Inter­es­sen­ge­menge aller betei­lig­ten impe­ria­lis­ti­schen Staa­ten ver­ste­hen. Fest steht: Die Flä­chen­bom­bar­de­ments im Kampf gegen das faschis­ti­sche Deutsch­land, waren eine Reak­tion auf den vom deut­schen Kapi­tal begon­ne­nen Ver­nich­tungs­krieg, sind aber mit­nich­ten ein Kriegs­er­eig­nis, auf das wir uns heute als Linke und Anti­fa­schis­tIn­nen posi­tiv beru­fen können.

Anti­fa­schis­ti­sche Demons­tra­tion: 15.30h, Pforz­heim Hbf
Anschlie­ßend Aktio­nen gegen die Nazimahnwache!