Archiv für März 2013

Wenn Faschos der Durchblick fehlt

Jeden Abend schaut der deutsche Michel fern. Von Harald Schmidt bis zur Heute Show, Comedy ist ein beliebtes Genre. Doch viel bessere Unterhaltung bietet die alltägliche Realsatire unserer Neonazis. So neulich in Göppingen…

Für den vergangenen Samstag kündigte die Antifaschistische Gruppe Göppingen eine Kundgebung ab 12 Uhr auf dem Schillerplatz an. Wie üblich hatte man sich nach hinten hinaus einen zeitlichen Puffer gelassen und die Kundgebung bis 16 Uhr angemeldet, eine Tatsache, die einer Gruppe Nazis zum Verhängnis wurde. Man muss sich an dieser Stelle den typischen Nationalsozialisten unserer Zeit vorstellen. Dank mangelhaftem Durchhaltevermögen ist er das frühe Aufstehen nicht gewohnt und wenn dann am Wochenende noch das Ausschlafen dazu kommt, so kann es schon einmal später werden. Undenkbar ist es da, eine Antifaschistische Kundgebung, die schon um 12 Uhr beginnt von Anfang an zu stören. Ist auch nicht weiter notwendig, denn die netten Antifaschisten lassen sich ja Zeit mit ihrer Kundgebung, die bis 16 Uhr angemeldet ist, denkt sich da der nationale Aktivist. Blöd nur, wenn sich an jenem Tage auch noch die netten Kameraden von der JN gedacht haben, sie müssten einen Aktionstag machen, sodass die Antifa-Kundgebung zu Gunsten der Gegenproteste knapp 2 Stunden nach Beginn gegen 14 Uhr endete.

Und so geschah das Unvermeidliche, im Gegensatz zur normalen Bevölkerung, welche aufgrund es Marktes auf dem Schillerplatz reichlich zugegen war, bekamen die Kameraden von den Autonomen Nationalisten Göppingen nichts mehr von der Kundgebung mit und suchten verzweifelt die Göppinger Innenstadt ab. Anstelle der Erkenntnis ihres eigenen Versagens folgte dann diese Veröffentlichung:

Antifa-Kundgebung in Göppingen? Wir waren da, nur nicht die Antifa!

Am vergangenen Sonnabend, 23.03. kündigte sich die linke Antifa großkotzig für eine Kundgebung in Göppingen an, welche unter dem vollmundigen Motto “Entschieden handeln: Faschismus entgegentreten” stehen sollte. Damit wollten die volksfeindlichen Gestalten der von auswärts herbeigerufenen Antifa gegen einen angeblichen Angriff auf eine Bündnisveranstaltung demonstrieren. Dieser Angriff fand so jedoch nie statt, wird aber bewusst hochgespielt und aufgebauscht.
Wir rechneten aufgrund der linken Mobilisierung in der Region Stuttgart, im Ostalbkreis etc. mit einer größeren Anzahl herbeigekarrter Antifas auf der Kundgebung, welche von 12 bis 16 Uhr auf dem Schillerplatz in Göppingen angemeldet worden war.
Daher begab sich am Sonnabend um die Mittagszeit eine größere Gruppe nationaler Aktivisten in die Göppinger Innenstadt und wollte der Antifa-Kundgebung einen Besuch abstatten. Der Kundgebungsplatz jedoch war wie verwaist, weit und breit konnten wir von den politisch verwirrten Spinnern nichts sehen.
Lediglich die Göppinger Bereitschaftspolizei war mit einigen Fahrzeugen und einer größeren Einsatztruppe ganztägig in der Innenstadt präsent, offenbar sollten diese die angemeldete Kundgebung der linken Antifa schützen, da man verständlicherweise damit rechnete, dass diese verlogene Veranstaltung nicht ungestört verlaufen würde.
Die Gruppe nationaler Aktivisten die mit gut 20 Mann vor Ort war, durchstreifte die Göppinger Innenstadt, doch von Antifa und dergleichen keine Spur, wir entschieden uns deshalb, um 17 Uhr unseren Stadtrundgang zu beenden und waren uns einmal mehr einig: In Göppingen ist kein Platz für volksfeindliche Antifaschisten!

Wie unschwer auf dem Bild zu erkennen ist, ist der Platz inzwischen verwaist, von einem Markt keine Spur. Welche Uhrzeit in faschistischen Kreisen als “Mittagszeit” verstanden wird, bleibt bisweilen fraglich. Forscher werden sich mit dieser Sache noch auseinanderzusetzen haben. An dieser Stelle sei ein passendes Zitat von Wladimir I. Lenin erlaubt: „Schlimmer als blind sein, ist nicht sehen wollen.“

Zu guter Letzt bleibt noch zu erwähnen, dass dies nicht die einzige Blamage des letzten Wochenendes war. Die Kameraden von der frisch gegründeten JN-Stuttgart zogen es vor, ihren im Großraum Stuttgart angekündigten Aktionstag doch lieber etwas weiter entfernt vom Stuttgarter Widerstand in Heilbronn, Neckarsulm, Sinsheim und Speyer abzuhalten.

Jetzt entschieden handeln: Gegen Faschismus

Ein Dutzend Neonazis haben Teilnehmer einer friedlichen und bürgerlichen Kundgebung auf dem Göppinger Marktplatz direkt vor dem Rathaus am 2. März angegriffen. Dabei gab es zwei Verletzte. Im Kreis Göppingen ist es leider nichts Neues, dass Nazis Menschen bedrohen und angreifen. Dieser Vorfall reiht sich nahtlos ein in Taten, wie das Manipulieren der Autobremsen eines Göppinger Stadtrates, Morddrohungen oder den Überfall auf einen jungen Antifaschisten in Geislingen. Eine neue Ebene der Konfliktbereitschaft seitens der Faschisten ist jedoch erreicht, wenn sie am helllichten Tage mitten in der Innenstadt handgreiflich werden. Die Verantwortlichen der Stadt taten jahrelang nichts und tun so, als gäbe es kein Ernst zunehmendes Naziproblem vor Ort. Am 6. Oktober 2012 ließen sie gar den Weg für eine Nazidemo durch die Polizei frei knüppeln. “Göppingen ein Wohlfühlort für Nazis”, wie die NWZ erkannte, aber nicht der Oberbürgermeister Till.

Wir lassen uns von den Angriffen der Nazis nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Wir gehen nur noch öfter auf die Straße, werden aktiv und handeln. Schaffen wir den menschenverachtenden Faschismus aus der Welt!

Auf der Kundgebung gibt es einen Infostand mit aktuellem Informationsmaterial über die braunen Umtriebe im Kreis, sowie unseren antifaschistischen Jahresbericht für 2012.

Der Göppinger Kreisverband der NPD will übrigens am selben Tag laut ihrer Facebookseite an einem “Sozialen Tag” aktiv sein.

Kommt zur Kundgebung am
Samstag, 23. März 12 Uhr
Am Roth-Carré in Göppingen
(oberer Schillerplatz Ecke Hauptstraße)

FCK FR.WLD !!!

Nazi-Brandanschläge in Baden Württemberg

Gut recherchierte Chronik der Nazi-Brandanschläge in Baden Württemberg in den letzten Jahren, verfasst von der Autonomen Antifa Freiburg.
Ist die Polizei auf dem rechten Auge blind?!? Der folgende Beitrag spricht für sich.

Am 17.10.2003 verübten fünf Nazis einen Brandanschlag auf das Haus des türkischen Kultur- und Jugend-Vereins in Murrhardt, 15 km von Backnang entfernt. Am 15.10.2005 gab es einen Nazibrandanschlag auf auf das Haus einer Flüchtlingsfamilie in Unterweissach, 5 km von Backnang entfernt. Am 06.11.2005 wurde das Flüchtlingsheim in Unterweissach angezündet und anschließend von der Stadt geräumt. Am 30.03.2008 gab es einen Nazibrandanschlag in Backnang auf ein mehrheitlich von TürkInnen bewohntes Haus. Die Bullen erklärten, dass die Täter keine Nazis gewesen sein könnten, da diese die Hakenkreuze nicht verkehrt herum auf die Hauswand gesprüht hätten. Am 19.05.2009 wurde das Haus eines türkischen Einwanders in Backnang angezündet. Die Bullen schlossen einen Nazibrandanschlag bereits am Folgetag aus. Am 10.04.2011 verfolgten 20 Nazis in Winterbach, 25 km von Backnang entfernt, drei Italiener und fünf Türken und versuchten fünf ihrer Opfer in einer Gartenhütte zu verbrennen. In der Nacht auf den 25.08.2012 — genau 20 Jahre nach dem Pogrom von Rostock-Lichtenhagen — brannte ein Flüchtlingsheim in Stuttgart, 36 km von Backnang entfernt. Am 10.03.2013 starb die Mutter und sieben Kinder einer türkischen Großfamilie bei einem Brand in Backnang.

So geht das nicht weiter. Auch Nazis im Rems-Murr-Kreis haben Namen und Adressen!

Brandstiftungen in Mannheim

Auch in Mannheim kam es vor wenigen Tagen zu zwei Brandstiftungen. In der Nacht auf den 12. März wurden fast zeitgleich zwei nebeneinander liegende türkische Imbisse angezündet, eine Person wurde leicht verletzt. Bereits vor fünf Jahren, am 3. Februar 2008, war ein Wohnhaus im benachbarten Ludwigshafen niedergebrannt worden, dabei wurden neun Menschen getötet. In unmittelbarer Nähe befand sich damals die Nazi-WG von Matthias Herrmann. Auch Malte Redeker, Europachef der Hammerskins, soll von den Bullen als Verdächtiger geführt werden.

Anschlag auch in Pforzheim

Nicht nur in Backnang und Mannheim brannte es in den letzten Wochen. Auch in Pforzheim wurde in der Nacht auf den 1. März ein von Einwanderern betriebenes Geschäft niedergebrannt. Mehrere mit Benzin gefüllte Reifen waren vor dem Friseursalon angezündet worden, hier schließen noch nicht einmal die Bullen rassistische Brandstiftung aus. Der Friseursalon liegt in einem fast nur von Einwanderern bewohnten Haus, zudem grenzt es direkt an das neue autonome Zentrum Alte Fabrik an. Kurz zuvor war der jährlich Naziaufmarsch in Pforzheim verhindert und in der folgenden Nacht das Equipment einer Naziparty zerstört worden.

Schwäbisch Hall – Junge Frau obszön und rassistisch in Bus beleidigt

Obszön und rassistisch beschimpfte ein Unbekannter am Dienstag gegen 13.55 Uhr eine dunkelhäutige 19-jährige Frau im Bus der Linie 1 zwischen Hessental und Schwäbisch Hall.

An der Haltestelle ‚Schweickerweg’ stieg die Frau aus. Zum Abschied zeigte ihr der Unbekannte den Hitlergruß. Die Kriminalpolizei ermittelt und bittet Zeugen, sich unter Telefon XXX zu melden. Da sich zum Tatzeitpunkt mehrere Fahrgäste im Bus befanden, hofft die Polizei auf entsprechende Hinweise. Der Täter wird wie folgt beschrieben:

-Deutscher
-Alter: Mitte 20
-heller Teint und volles Gesicht
-sprach mit leicht sächsischem Dialekt
-bekleidet mit einer weißen Lonsdale-Jacke mit roter Aufschrift, Stoffhose und schwarzen Springerstiefeln mit gelben Nähten.

Der Autonomen Antifa SHA bleibt nur zu sagen:
Ein großes Dankeschön und Respekt an alle untätigen Fahrgäste und dem Busfahrer der Linie 1 für ihre Zivilcourage und ihr entschlossenes Einschreiten gegen rassistische Übergriffe im Alltag! [Ironieende]

Da uns mittlerweile der Täter kein Unbekannter ist, werden wir ihm die Grenzen aufzeigen.
Hoffen wir für ihn, dass ihm in seinem angeblichen BIG-Rex-Aussteigerprogramm bald kompetente Ansprechpartner zur Verfügung gestellt werden. Der Hellste scheint er allem Anschein nach nicht zu sein, da er bereits vor ein paar Monaten mit dem Hitlergruß laufend und Rechtsrock hörend in der Innenstadt auffiel und anscheinend aus seiner Lektion nichts gelernt hat.


Kampf dem alltäglichen Rassismus – Überall !!!
Rassistischen Übergriffen entschlossen Entgegentreten !!!
Rassismus ist kein Randphänomen sondern ein Problem der sogenannten gesellschaftlichen Mitte !!!
Kein Fußbreit den Faschisten in SHA oder anderswo !!!