15.12.2012 Staatsanwaltschaft eröffnet Ermittlungsverfahren gegen Opfer der Polizeiattacke von Göppingen – wegen Nötigung und Sachbeschädigung

Wie bereits auf linksunten.indymedia mehrfach berichtet (https://linksunten.indymedia.org/de/node/68593; https://linksunten.indymedia.org/de/node/68774),
wurde am 6. Oktober 2012 in Göppingen während des Naziaufmarschs ein Gegendemonstrant von einem Zivilpolizisten gezielt mit dem Auto angefahren.

Das Unfallopfer, das wie durch ein Wunder nur mit leichten
Knieverletzungen und einem Schock davon kam, erhielt vor wenigen Tagen einen Brief von der Kriminalpolizei SHA.
Gegen den Geschädigten wurde nun ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung und Sachbeschädigung eingeleitet.

Wir, die AASHA, die in engem Kontakt mit dem Geschädigten steht und
ihm in diesem Vorfall Hilfestellung bietet, sehen in diesem nun
eröffneten Ermittlungsverfahren eine erneute Attacke gegen das
Opfer. Durch den Tatvorwurf der Nötigung und Sachbeschädigung
versucht die Polizei das Opfer in die Täter-Rolle zu drängen und den
Geschädigten gezielt einzuschüchtern.
Die Kriminalisierung von Opfern polizeilicher Gewalt und die bewusste Verdrehung von Sachverhalten gehört schon seit langem zur juristischen Taktik der Polizei.
Durch die Konfrontation des Opfers mit diesen völlig haltlosen Tatvorwürfen wird auch in diesem Fall versucht, den fälschlicherweise Beschuldigten in die Defensive zu drängen, getreu dem Motto ‚Angriff ist die beste Verteidigung‘.
Wir sehen in diesem taktischen Manöver der Polizei den Versuch, von Ihrem krassen Fehltritt abzulenken und eine komplett konstruierte Anklage zu erheben.
Diese Vorgehensweise wirft zudem auch ein bezeichnendes Licht auf die übrigen über 200 Ermittlungsverfahren gegen Demonstrationsteilnehmer – wieviel taktische Einschüchterungsversuche und Vertuschung polizeilicher Gewalttaten mögen hier wohl mit hinein gespielt haben?

Wir weisen die paradoxen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft
entschieden zurück.
Für uns ist nun endgültig der Zeitpunkt gekommen, um an die breite
Öffentlichkeit zu treten um die brutale Polizeiattacke und das
dreiste Vorgehen der Polizei publik zu machen.
Wir lassen uns weder einschüchtern noch kriminalisieren.

Helft mit, diese Flucht nach Vorne ins Leere laufen zu lassen.
Machen wir diese Anklage zum Desaster.

Wir suchen weiterhin Zeugen, die diesen gefährlichen Vorfall am 6.
Oktober in Göppingen beobachtet haben und bitten euch, uns
Zeugenberichte und weiteres Beweismaterial zukommen zu lassen.
--> aasha@riseup.net

Gegen Polizeigewalt!
Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus!
Antifaschismus ist und bleibt legitim!