Archiv für August 2012

Naziaufmarsch in Göppingen verhindern

6. Okt. – Göppingen

Für den 6. Oktober planen Faschisten aus mehreren Bundesländern einen Aufmarsch in Göppingen. Unter dem Motto „Ausbeutung stoppen – Kapitalismus zerschlagen“ versuchen die Nazis wie so oft ihre menschenverachtende Hetze in ein scheinbar fortschrittliches Gewand zu verpacken und an den Ängsten vieler Menschen anzusetzen.
Zu dem Aufmarsch mobilisieren vor allem Gruppen aus dem Spektrum der sogenannten “Autonomen Nationalisten”.

In Göppingen gibt es eine sehr aktionistische Naziszene: Immer wieder kommt es zu faschistischen Propagandaaktionen, NazigegnerInnen werden bedroht oder körperlich angegriffen. Die Stadt positioniert sich nicht klar gegen die Faschisten und versucht antifaschistisches Engagement möglichst klein zu halten.

2012 konnten mehrere Kundgebungen der Neonazis im Kreis Göppingen durch vielfältigen antifaschistischen Widerstand massiv gestört und zum Teil verhindert werden. Immer wieder kam es auch außerhalb von direkten Gegenprotesten zu antifaschistischen Aktivitäten im Kreis Göppingen. Daran gilt es anzuknüpfen und jeden öffentlichen Auftritt der Nazis zum Desaster werden zu lassen.

Lasst uns am 6. Oktober den Naziaufmarsch gemeinsam & entschlossen verhindern! Kein Fußbreit den Faschisten!

Polizei schützt Nazis und deren NPD – Flaggschiff in Stuttgart mit martialischer Härte

Am Montag, den 30.07.2012 versuchte die NPD, im Rahmen ihrer sogenannten „Deutschlandtour“ eine Kundgebung in der Stuttgarter Innenstadt abzuhalten.
Den Kundgebungsort veröffentlichte die Partei aus Angst vor Protestaktionen erst am Vorabend.
Trotz einer leider nur kurzen Mobilisierungszeit, beteiligten sich mehrere hundert AntifaschistInnen aus verschiedenen Spektren an den Gegenprotesten.
Als Anlaufstelle des antifaschistischen Protests diente das Mahnmal der Opfer des Faschismus.
Von dort aus bewegte sich ein Demozug von mehreren hundert TeilnehmerInnen zu dem kurzfristig als Kundgebungsort herauskristallisierten Kronprinzplatz.
Dieser war aber bereits von der Polizei hermetisch abgeriegelt worden.
Gegen 12 Uhr mittags, wurde der halbe Stuttgarter Verkehr lahmgelegt. Der NPD–LKW war in Stuttgart angekommen.
Spontan versuchten mehrere dutzend Menschen den LKW zu blockieren um ihn an der Weiterfahrt zu hindern.
Es kam zu ersten Rangeleien und circa 80 AntifaschistInnen wurden von der Polizei gekesselt und erst gegen 15 Uhr einzeln abgeführt und erkennungsdienstlich behandelt.
Trotzdem wurde die Ankunft des NPD-LKWs durch diverse Sach- und Personenblockaden zeitlich deutlich verzögert.
Das Flaggschiff wurde von ca. 15-20 Nazis, die sich bereits auf dem Kronprinzplatz eingefunden hatten, mit Ungeduld erwartet.
Abseits des Kronprinzplatzes wurden einige Nazis enttarnt und in körperliche Auseinandersetzungen verwickelt.
Diese dienten als Späher oder trauten sich aufgrund der guten Mobilisierung der NazigegnerInnen nicht zum Kundgebungsort durch.
Unter gellenden Pfiffen und Sprechchören begann mit deutlicher Verzögerung die NPD – Kundgebung.
NPD-Leute samt eigenem Sicherheitsdienst standen hunderten Gegendemonstranten und Schaulustigen gegenüber.
Eier,Tomaten und sogar eine Rauch/Reizgasgranate flogen auf den Kundgebungsplatz. Dies unterbrach die NPD- Kundgebung für einige Minuten.
Als Redner für die NPD fungierten der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD-BW Janus Nowak, der stellvertretende Brandenburger NPD-Chef Ronny Zasowk und der Rassist Karl Richter, der für die BI Ausländerstopp im Münchner Stadtrat sitzt.
Nach einer Stunde war der Spuk vorbei. Von der Polizei eskortiert, rollte die NPD aus der Stadt. Sitzblockaden wurden aufgelöst.

Die mit mehreren Hundertschaften, Reiterstaffeln und Greiftrupps aufgefahrene Polizei agierte die gesamte Zeit über äußerst aggressiv und nahm 75 Antifaschistinnen und Antifaschisten im Tagesverlauf zum Teil brutal fest oder in Gewahrsam. Mindestens ein Antifaschist musste nach einem Polizeiangriff mit Kopfverletzungen stationär im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizeiwache auf dem Cannstatter Wasen wurde alleine für die Ereignisse an diesem Tag in Betrieb genommen und zur Gefangenensammelstelle umfunktioniert. Der Verkehr in der gesamten Stuttgarter Innenstadt wurde für mehrere Stunden stark behindert.

Nach Ende der Kundgebung ging die Polizei in Seitenstraßen teilweise unverhältnismäßig und brutal gegen AntifaschistInnen vor und nahm viele in Gewahrsam.
Vermeintlich geschädigte Nazis positionierten sich am Rande der Demo in Polizeischutz und beschuldigten vorbeigehende NazigegnerInnen
der Körperverletzung und anderen Delikten. Trotz des Entfernens vom Kundgebungsgelände in Gruppen, war das Schützen einiger AntifaschistInnen vor der Polizei nicht möglich.

Bilanz: Sieben Polizisten und mehrere Demonstranten wurden leicht verletzt. Gegen diverse Personen wird wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung und Körperverletzung ermittelt.
Der antifaschistische Widerstand wurde an diesem Tag wieder kriminalisiert.
Die AASHA ist trotz dieser Repression der Ansicht, dass dieser Tag als antifaschistischer Erfolg gewertet werden kann.

bild 1
Auf das NPD-Flaggschiff wartende Nazis

bild 2
Gruppenfoto NPD Kundgebung

bild 3
Redner Janus Nowak

bild 4
Von Reizgasgranate getroffene Nazis

bild 5
Sich lange Zeit nicht zum Kundgebungsort trauendes, spähendes und entlarvtes Nazipärchen im Vordergrund

bild 6
Eine der vielen brutalen Festnahmen